Martina Kruse ist (Familien-)hebamme, systemische Beraterin und traumazentrierte Fachberaterin. Sie begleitet Personen rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Elternwerden und ist besonders dann Ansprechpartnerin, wenn frühere Erfahrungen, eine belastende Geburt oder der Start mit dem Kind schwerer wiegen als erwartet. Darüber hinaus berät sie geburtshilfliche Fachkräfte, die belastende Geburten begleitet
Deine Schwangerschaft neigt sich ihrem Ende zu und der Tag, an dem dein Baby geboren wird, rückt näher. Körperlich ist viel los, mental sowieso und emotional erst recht. Dein Gefühlsspektrum reicht von Vorfreude und Vertrauen über Neugier und Nervosität bis hin zu Angespanntheit und Angst. Die Geburtsgeschichten anderer Menschen hallen
Während einer Schwangerschaft gibt es viel zu bedenken, zu organisieren, zu tun. Diese Lebensphase entpuppt sich oft als weniger flauschig, als uns die gängigen Erzählungen über Schwangerschaft nahebringen wollen. Du bist gut beschäftigt; klärst Dinge, holst Informationen ein, triffst unzählige Vorbereitungen. Und dann spricht dich deine Hebamme oder Doula auf
Sobald du Mama wirst, verändert sich vieles. Schon in der Schwangerschaft wachsen Fürsorge, Verantwortung und Liebe und gleichzeitig begleiten dich Veränderungen körperlich, mental und emotional, die auch mit Sorgen und Unsicherheiten, möglicherweise auch unangenehmen Erfahrungen verbunden sind. Plötzlich bist du rund um die Uhr gefragt: Termine, Windeln, Mahlzeiten, Schlaf, Gefühle,
Wir sind alle mehr oder weniger vertraut mit dem Bild der über der Kloschüssel knienden Schwangeren, die sich übergibt. Filme füttern uns seit ein paar Jahrzehnten mit diesem klischeehaften Motiv und das Publikum weiß meist sofort: aha, schwanger!, noch bevor das Drehbuch zum selben Schluss kommt. Neben dem Ausbleiben der
In Bridget Jones’s Baby sitzt Bridget vor dem Bildschirm und googelt folgende Symptome: Gedächtnislücken, Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme. Ihre erste Diagnose lautet Perimenopause, ihr Kommentar sinngemäß: „Wir sind eine biologisch unterdrückte Spezies!“ Kurz darauf ist klar: Es ist keine Perimenopause, sie ist schwanger. Die Filmszene spielt humorvoll mit etwas, das viele Schwangere
Der Beruf einer Doula ist in Deutschland nach wie vor wenig bekannt. Für viele Menschen ist allein der Begriff schon ein Rätsel und sie stochern in den wildesten Spekulationen herum: „Ach, Doula – das ist doch sowas wie eine spirituelle Hebamme, oder?”, „Hab ich irgendwo schonmal gehört … hat das
In vielen Geburtsdiskursen wird die „selbstbestimmte Geburt“ wie ein Label gehandelt – eng verknüpft mit fixen Idealbildern und Attributen: Hausgeburt oder Geburtshaus, „natürlich“, spontan, sanft, friedlich, möglichst ohne Interventionen und auf keinen Fall Einleitung, PDA oder Saugglocke. Auch ein Satz taucht mantraartig immer wieder im Zusammenhang mit der selbstbestimmten Geburt
Die Alleingeburt ist eine Reaktion auf ein strukturell gewaltvolles, patriarchales Gesundheitssystem – und wird gleichzeitig in bestimmten Geburts-Bubbles und Free-Birth-Businesses als feministische Selbstermächtigung vermarktet. Diese Kommerzialisierung individualisiert Verantwortung, blendet Risiko und Gefahr aus und reproduziert patriarchale Logiken, gegen die sie zu rebellieren vorgibt. Eine feministische Antwort auf misogyne Gewalt im
Vieles in Schwangerschafts- und Geburtsdiskursen bereitet mir Kopfschmerzen, diese Begrifflichkeit jedoch löst Brechreiz bei mir aus. “After Baby Body” – der Name ist Programm. Er klingt wie “Post Production Mode” technisch und entmenschlicht und impliziert genau das: Körper als Objekte, die nach Schwangerschaft und Geburt ein sog. “Mummy Makeover”, eine
Ich weiß noch genau, wie sie sich angefühlt hat: Diese diffuse Mischung aus Freude, Glück, Verantwortung und Überforderung. Sie fing an kurz nachdem ich festgestellt hatte, dass ich schwanger war. Ich organisierte Termine, kümmerte mich um Hebammenbetreuung, machte mir Gedanken über Klamotten, Raumaufteilung, Elternzeit, Vereinbarkeit und vieles mehr und plante
Ich hatte aufgehört zu zählen, wie oft ich mich heute schon übergeben hatte – es kam ohnehin nur noch Galle und gelber Magensaft. Ein widerlicher Geschmack im Mund wurde zu meinem ständigen Begleiter. Ebenso wie meine Verzweiflung und meine Einsamkeit. Ich war schwanger – und wollte es lieber nicht sein.
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